Schutz und Abwehr
Bedingter Zugriff (Conditional Access)
Bedingter Zugriff prüft bei jeder Anmeldung Ort, Gerät und Risiko und entscheidet danach, ob der Zugang erlaubt, erschwert oder gesperrt wird.
Ein Passwort allein sagt wenig darüber, wer sich gerade anmeldet. Bedingter Zugriff (englisch Conditional Access) stellt deshalb Zusatzfragen: Kommt die Anmeldung von einem Firmengerät? Aus Österreich oder aus einem Land, in dem der Betrieb gar nicht tätig ist? Ist das Gerät aktuell und verschlüsselt? Wirkt das Anmeldeverhalten ungewöhnlich?
Aus den Antworten folgen Regeln, die der Administrator festlegt. Ein Beispiel aus einem Handelsbetrieb: Vom Büro-PC genügt die normale Anmeldung mit zweitem Faktor. Vom privaten Handy gibt es nur Webzugriff ohne Downloads. Aus dem Ausland wird gesperrt, außer für den Außendienst. Und für Administratorkonten ist immer ein besonders sicherer Faktor nötig.
Bekannt ist die Funktion vor allem aus Microsoft Entra ID, wo sie für Microsoft 365 eingesetzt wird. Sie ist ein Kernstück von Zero Trust: Kein Zugriff wird blind vertraut, jeder wird anhand der Umstände bewertet.
Der Nutzen ist groß, wenn Zugangsdaten durch Phishing abhandenkommen. Selbst mit dem richtigen Kennwort kommt ein Angreifer nicht weiter, wenn sein Gerät oder sein Standort nicht zu den Regeln passt.
Für Ihren Betrieb
Klären Sie, ob Ihr Microsoft-365-Konto Regeln für bedingten Zugriff nutzt und ob diese in Ihrer Lizenz enthalten sind. Testen Sie neue Regeln vorher, damit sich niemand aussperrt.