IT-Security · Awareness

Phishing erkennen.

Die meisten Angriffe auf Betriebe beginnen mit einer einzigen E-Mail. Sie sieht echt aus, sie klingt dringend, und ein Klick genügt. Auf dieser Seite sehen Sie an Beispielen, woran man gefälschte Nachrichten erkennt. Für Sie und Ihr Team, ohne Fachwissen.

An einem Beispiel erklärt

Die 7 Warnzeichen einer Phishing-Mail.

IT-Support Muster GmbH<support@muster-gmbh-mail.com1>
An: Sie

Dringend: Ihr Postfach wird in 24 Stunden gesperrt2

Sehr geehrter Benutzer,3

Ihr Postfach hat 98 % seiner Speicherkapazität erreicht. Wenn Sie Ihr Konto nicht innerhalb von 24 Stunden bestätigen, werden alle eingehenden Nachrichten gelöscht.4

Konto jetzt bestätigen5

Bitte geben Sie zur Bestätigung Ihren Benutzername und Ihr Passwort ein.6

Mit freundlichen Grüßen
Ihr IT-Service-Team

Postfach_Info.html712 KB

Zeigt beim Darüberfahren: https://muster-gmbh.konto-verifizierung.top/login5
Beispiel: so sieht eine typische Phishing-Mail aus. Firma und Adressen sind erfunden.
  1. 1

    Der Absender passt nicht

    Der Name klingt vertraut, die Adresse dahinter nicht: muster-gmbh-mail.com statt muster-gmbh.at. Oft ist auch nur ein einzelner Buchstabe anders: Beispiele weiter unten.

    So prüfen Sie es: Tippen Sie auf den Absendernamen oder fahren Sie mit der Maus darüber. Entscheidend ist der Teil nach dem @.

  2. 2

    Zeitdruck im Betreff

    „Dringend“, „in 24 Stunden“, „letzte Mahnung“: Wer unter Druck steht, prüft weniger genau. Genau darauf setzen Betrüger.

    So prüfen Sie es: Je mehr Eile verlangt wird, desto mehr Zeit sollten Sie sich nehmen.

  3. 3

    Unpersönliche Anrede

    Ihre echte IT-Abteilung, Ihre Bank oder Ihr Lieferant kennen Ihren Namen. „Sehr geehrter Benutzer“ kommt aus einer Massenmail.

    So prüfen Sie es: Fehlt Ihr Name, obwohl der Absender ihn kennen müsste, werden Sie misstrauisch.

  4. 4

    Drohung mit Folgen

    Gesperrtes Konto, gelöschte Daten, Mahngebühren: Angst soll Sie zum schnellen Klick bringen.

    So prüfen Sie es: Echte Stellen drohen nicht per E-Mail mit sofortigen Konsequenzen.

  5. 5

    Der Link führt woanders hin

    Die Schaltfläche sagt „Konto bestätigen“, das Ziel ist aber konto-verifizierung.top, eine fremde Adresse.

    So prüfen Sie es: Mit der Maus über den Link fahren (nicht klicken) und unten links die echte Adresse lesen. Am Handy den Link lange drücken.

  6. 6

    Frage nach Passwort oder Daten

    Kein seriöser Dienst fragt per E-Mail nach Ihrem Passwort, einem Code aus einer SMS oder Ihren Kontodaten.

    So prüfen Sie es: Geben Sie Zugangsdaten nur auf Seiten ein, die Sie selbst aufgerufen haben, nie über einen Link aus einer Mail.

  7. 7

    Unerwarteter Anhang

    Dateien mit der Endung .html, .zip, .iso oder doppelter Endung wie Rechnung.pdf.exe öffnen oft gefälschte Anmeldeseiten oder Schadprogramme.

    So prüfen Sie es: Anhänge, die Sie nicht erwartet haben, nicht öffnen, auch nicht „nur zum Nachschauen“.

Achtung: Rechtschreibfehler sind kein verlässliches Zeichen mehr. Viele Phishing-Mails werden heute mit KI geschrieben: fehlerfrei und in bestem Deutsch.

Der wichtigste Handgriff

Eine Internetadresse richtig lesen.

Betrüger bauen den Namen Ihrer Firma oder Bank vorne in die Adresse ein. Entscheidend ist aber nur der Teil direkt vor dem ersten Schrägstrich. Lesen Sie von dort aus nach links.

Doppelgänger: Ein einziger Buchstabe reicht.

Betrüger registrieren Adressen, die Ihrer eigenen, der Ihrer Bank oder Ihrer Lieferanten zum Verwechseln ähnlich sind. Oft ist nur ein Buchstabe anders. So sieht das im Postfach aus, und so, wenn man Zeichen für Zeichen liest:

Die echte Adressemuster-gmbh.at
  1. rnuster-gmbh.atr n u s t e r - g m b h . a t
    „rn“ statt „m“In vielen Schriften verschmelzen r und n zu einem m, besonders klein am Handy.
  2. muster-gmhb.atm u s t e r - g m h b . a t
    Zwei Buchstaben vertauschtDas Auge liest, was es erwartet. Vertauschte Buchstaben in der Mitte fallen kaum auf.
  3. musterr-gmbh.atm u s t e r r - g m b h . a t
    Ein Buchstabe doppeltEin zusätzliches r, n oder l, und die Adresse wirkt sofort vertraut.
  4. mustr-gmbh.atm u s t r - g m b h . a tdas „e“ in „muster“ fehlt
    Ein Buchstabe fehltEin fehlendes e oder i überliest man beim schnellen Hinsehen fast immer.
  5. mustergmbh.atm u s t e r g m b h . a tder Bindestrich fehlt
    Bindestrich weg oder dazuMit oder ohne Bindestrich: Für den Computer sind das zwei völlig verschiedene Adressen.
  6. muster-gmbh.com u s t e r - g m b h . c o
    Andere Endung.co statt .at, .com statt .at oder .at-mail.com: Der Name stimmt, die Endung gehört jemand anderem.
  7. p0st-Iogistik.atp 0 s t - I o g i s t i k . a t
    Ziffer oder GroßbuchstabeNull statt o, großes I statt kleinem l, die 1 statt l: In manchen Schriften nicht zu unterscheiden.
  8. mustеr-gmbh.atm u s t е r - g m b h . a tangezeigt als xn--mustr-gmbh-nsi.at
    Fremdes AlphabetDas „е“ ist ein kyrillischer Buchstabe: sieht exakt gleich aus, ist aber ein anderes Zeichen. Manche Programme zeigen solche Adressen als „xn--…“ an.
  • Langsam lesen. Bei Zahlungen, Bankdaten und Passwörtern die Absenderadresse Zeichen für Zeichen prüfen.
  • Beim Antworten das An-Feld prüfen. Betrüger hängen sich in echte Mailverläufe. Die Antwort geht dann still an die gefälschte Adresse.
  • Bekannte Seiten selbst aufrufen. Über ein Lesezeichen oder durch Eintippen, nie über den Link in der Mail.

Aktuelle Maschen

Nicht jede Falle kommt per E-Mail.

Rechnungsbetrug

Neue Bankverbindung

Ein echter Lieferant schreibt. Oder jemand, der genau so aussieht. Hier steht „rn“ statt „m“ in der Adresse. Manchmal ist sogar das echte Postfach des Lieferanten gehackt.

So schützen Sie sich: Neue Bankdaten immer telefonisch bestätigen, unter der Nummer, die Sie schon kennen, nicht unter der aus der Mail.

Chef-Masche

Der Chef braucht schnell Hilfe

Der Name der Geschäftsführung stimmt, die Adresse ist eine private. Typisch: Eile, Geheimhaltung und „kann gerade nicht telefonieren“.

So schützen Sie sich: Ungewöhnliche Zahlungsaufträge immer persönlich oder telefonisch rückfragen, auch wenn es dem Chef unangenehm sein könnte.

Smishing

Paket- und Zahlungs-SMS

Phishing kommt auch per SMS oder Messenger. Kleine Beträge sollen harmlos wirken. Auf der Seite werden dann Kartendaten abgegriffen.

So schützen Sie sich: Sendungen nur in der App oder auf der Website des Zustellers prüfen, die Sie selbst aufrufen.

Quishing

QR-Code im Dokument

Ein QR-Code versteckt die Adresse. Und wer mit dem Handy scannt, ist außerhalb des geschützten Firmennetzes. Der Mailfilter sieht den Link nicht.

So schützen Sie sich: QR-Codes aus Mails und PDFs nicht scannen, um sich irgendwo anzumelden.

Gefälschtes Login

Täuschend echte Anmeldeseite

Die Seite sieht aus wie Ihre gewohnte Anmeldung. Die Adresse beginnt sogar mit „login.muster-gmbh.at“, gehört aber zu konto-check.xyz.

So schützen Sie sich: Die echte Adresse ist der Teil direkt vor dem ersten Schrägstrich „/“. Lesen Sie von dort nach links.

Vishing

Der Anruf vom „IT-Support“

Betrüger rufen an, geben sich als IT, Bank oder Behörde aus und wollen einen Code oder Fernzugriff. Oft kommt vorher eine passende Mail.

So schützen Sie sich: Niemals Codes vorlesen oder Fernwartung erlauben, wenn Sie nicht selbst angerufen haben. Auflegen und die bekannte Nummer zurückrufen.

Testen Sie sich

Echt oder Phishing?

Sechs Mails, wie sie jeden Tag in Postfächern landen. Entscheiden Sie selbst, die Auflösung kommt sofort. Ihre Antworten bleiben in Ihrem Browser.

  1. Buchhaltung<rechnung@muster-gmbh.at>

    Rechnung 2026-1148

    Sehr geehrte Damen und Herren, anbei die Rechnung zur Prüfung.

    Rechnung_2026-1148.pdf.exe

    Mail 1 von 6: echt oder Phishing?

  2. Mag. Eva Berger<e.berger@steuerberatung-berger.at>

    Unterlagen Jahresabschluss

    Hallo Herr Huber, wie besprochen anbei die Liste der noch fehlenden Belege. Bitte bis Ende nächster Woche. Liebe Grüße, Eva Berger

    Belegliste.pdf

    Mail 2 von 6: echt oder Phishing?

  3. Paketdienst<info@zustellung-paketinfo.net>

    Ihre Sendung wartet auf Sie

    Ihre Sendung konnte nicht zugestellt werden. Bitte begleichen Sie die offene Gebühr von 2,49 €, um einen neuen Termin zu wählen.

    Mail 3 von 6: echt oder Phishing?

  4. Thomas Muster<gf-muster@mail-postfach.com>

    Bist du gerade erreichbar?

    Bin in einem Termin. Brauche heute noch eine Überweisung an einen neuen Lieferanten. Bitte vertraulich, ich erkläre es dir später.

    Mail 4 von 6: echt oder Phishing?

  5. Julia Leitner<j.leitner@muster-gmbh.at>

    Betriebsausflug: Anmeldung bis Freitag

    Hallo zusammen, die Anmeldeliste für den Betriebsausflug hängt in der Küche. Bitte tragt euch bis Freitag ein. Danke, Julia

    Mail 5 von 6: echt oder Phishing?

  6. Buchhaltung Muster Lieferant<office@rnuster-lieferant.at>

    Neue Bankverbindung ab 1. November

    Sehr geehrte Kunden, aufgrund eines Bankwechsels bitten wir Sie, Zahlungen ab sofort auf das untenstehende Konto zu überweisen.

    Mail 6 von 6: echt oder Phishing?

Schon geklickt?

Keine Panik. Jetzt zählt Tempo.

Auf Phishing kann jeder hereinfallen, auch Profis. Schlimm wird es erst, wenn niemand Bescheid weiß. Wer sofort meldet, macht alles richtig.

Zur Notfall-Checkliste
  1. 01

    Sofort melden, ohne schlechtes Gewissen

    Jede Minute zählt. Wer sofort Bescheid gibt, hilft am meisten. Niemand wird für einen Klick verurteilt.

  2. 02

    Passwort eingegeben?

    Ändern Sie es sofort, und zwar von einem anderen, sicheren Gerät aus. Auch überall dort, wo Sie dasselbe Passwort verwenden.

  3. 03

    Datei geöffnet oder Programm gestartet?

    Netzwerkkabel ziehen, WLAN ausschalten, Gerät eingeschaltet lassen, dann anrufen.

  4. 04

    Geld überwiesen?

    Sofort Ihre Bank anrufen. Überweisungen lassen sich manchmal noch zurückholen, wenn es schnell geht.

  5. 05

    IT verständigen

    Wir prüfen, ob Zugänge missbraucht wurden, sperren sie und sichern Spuren. Service-Hotline +43 7242 313001, außerhalb der Geschäftszeiten Notfall +43 680 1245 174.

Fürs Büro

Checkliste zum Ausdrucken.

Eine Seite, sieben Fragen. Am besten neben jeden Bildschirm, genau dort, wo der nächste Klick passiert.

Bevor Sie klicken

7 Fragen gegen Phishing

  1. 1Erwarte ich diese Nachricht überhaupt?
  2. 2Stimmt die Adresse hinter dem Absendernamen, auch Buchstabe für Buchstabe?
  3. 3Werde ich unter Zeitdruck gesetzt oder mit Folgen bedroht?
  4. 4Wohin führt der Link wirklich? (Maus darüber, nicht klicken)
  5. 5Soll ich ein Passwort, einen Code oder Bankdaten eingeben?
  6. 6Ist der Anhang unerwartet oder hat er eine ungewöhnliche Endung?
  7. 7Im Zweifel: Habe ich unter der bekannten Nummer zurückgerufen?

Verdächtig? Nicht klicken. Melden.
IT Security Solutions · +43 7242 313001 · Notfall 24/7: +43 680 1245 174

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Was ist Phishing?

Phishing (vom englischen „fishing“, angeln) sind gefälschte Nachrichten, mit denen Betrüger an Passwörter, Kontodaten oder Geld kommen wollen oder Sie dazu bringen, ein Schadprogramm zu öffnen. Meist per E-Mail, zunehmend auch per SMS, Messenger, QR-Code oder Telefon.

Sind Rechtschreibfehler noch ein gutes Erkennungszeichen?

Nicht mehr. Viele Phishing-Mails werden heute mit KI geschrieben und sind fehlerfrei. Verlassen Sie sich lieber auf Absenderadresse, Linkziel, Zeitdruck und die Frage nach Daten.

Ich habe nur auf den Link geklickt, aber nichts eingegeben. Ist das schlimm?

Meist ist dann noch nichts passiert. Schließen Sie die Seite, geben Sie nichts ein und melden Sie es trotzdem. So können wir prüfen, ob die Seite schädlich war, und andere Kollegen warnen.

Erkennt der Spamfilter nicht ohnehin alles?

Ein guter Filter fängt den Großteil ab, aber nie alles. Gezielte Mails an einzelne Personen, gehackte Postfächer echter Geschäftspartner oder QR-Codes rutschen durch. Deshalb braucht es Technik und aufmerksame Mitarbeiter.

Soll ich verdächtige Mails löschen oder melden?

Melden, dann löschen. Leiten Sie die Mail an Ihre IT weiter oder nutzen Sie die Melden-Funktion in Outlook, falls eingerichtet. So kann geprüft werden, ob noch andere die Mail bekommen haben.

Bieten Sie Awareness-Trainings für Mitarbeiter an?

Ja. In unseren Awareness-Trainings lernt Ihr Team in kurzen, praxisnahen Einheiten, Phishing-Mails, Doppelgänger-Adressen, gefälschte Anmeldeseiten und Betrugsanrufe zu erkennen, bei Ihnen vor Ort oder bei uns im Haus in Thalheim bei Wels, abgestimmt auf Ihre Branche und Ihren Arbeitsalltag.

Woher haben die Betrüger meine Adresse?

Aus Datenlecks bei Online-Diensten, von Ihrer Website, aus sozialen Netzwerken oder schlicht durch Raten (vorname.nachname@firma.at). Eine Darknet-Überwachung zeigt, ob Ihre Adressen bereits in Datenlecks auftauchen.

Awareness-Training für Ihr Team

Ihre Mitarbeiter sind die beste Firewall.

Im Awareness-Training zeigen wir Ihrem Team in kurzen, praxisnahen Einheiten, wie Betrüger vorgehen: gefälschte Mails, Doppelgänger-Adressen, falsche Anrufe und QR-Codes. Mit Beispielen aus Ihrer Branche, bei Ihnen vor Ort oder bei uns im Haus. Verständlich, ohne erhobenen Zeigefinger.