Sicherheitswarnungen · 27. Oktober 2026

KritischWatchGuard Fireware OS (Firebox)

WatchGuard Firebox: kritische Lücken erlauben Übernahme der Firewall

WatchGuard hat 18 Sicherheitslücken im Betriebssystem seiner Firebox-Firewalls geschlossen, sieben davon kritisch. Mehrere lassen sich ohne Anmeldung ausnutzen und ermöglichen das Ausführen von Code auf der Firewall.

Worum es geht

WatchGuard Fireware OS (Firebox)

WatchGuard hat am 27. Oktober Updates für Fireware OS veröffentlicht, die Software der Firebox-Firewalls. Insgesamt geht es um 18 Fehler, sieben davon stuft der Hersteller als kritisch ein. Betroffen sind unter anderem das Access Portal, der SIP-Proxy für Internettelefonie, die Anmeldung über Active Directory, die Protokollierung und die Abstimmung zwischen zwei Geräten im Cluster (FireCluster). Auch der Mobile VPN with SSL Client für Windows ist betroffen.

Bei mehreren Lücken braucht ein Angreifer kein Konto. Gelingt der Angriff, kann er eigene Befehle auf der Firewall ausführen und sie damit übernehmen. Wer die Firewall kontrolliert, kann Datenverkehr mitlesen, Zugänge ins Firmennetz öffnen oder Schutzfunktionen abschalten. Ob eine Lücke im eigenen Gerät erreichbar ist, hängt davon ab, welche Funktionen eingeschaltet sind.

Laut WatchGuard sind bisher keine Angriffe bekannt. Ältere WatchGuard-Lücken wurden in der Vergangenheit aber rasch nach Bekanntwerden ausgenutzt. Das deutsche CERT-Bund bewertet die Sammlung mit der höchsten Risikostufe.

Betroffen

  • WatchGuard Firebox mit Fireware OS vor 2026.4 bzw. vor 12.12.4
  • Modelle T15 und T35 mit Fireware OS vor 12.5.22
  • WatchGuard Mobile VPN with SSL Client für Windows

Behoben

  • Fireware OS 2026.4 bzw. 12.12.4 (T15 und T35: 12.5.22)
  • Mobile VPN with SSL Client für Windows: aktuelle Version laut WatchGuard PSIRT

Was jetzt zu tun ist

Die nächsten Schritte.

  1. 01

    Prüfen, welche WatchGuard Firebox im Einsatz ist und welche Fireware-Version sie hat.

  2. 02

    Die Firewall auf Fireware OS 2026.4, 12.12.4 oder bei T15 und T35 auf 12.5.22 aktualisieren, am besten außerhalb der Arbeitszeit.

  3. 03

    Den Mobile VPN with SSL Client auf allen Windows-Geräten der Mitarbeiter aktualisieren.

  4. 04

    Bis zum Update die Verwaltungsoberfläche nur aus dem internen Netz erreichbar machen und Access Portal sowie SIP-Proxy abschalten, wenn sie nicht gebraucht werden.

  5. 05

    Nach dem Update die Protokolle der Firewall auf ungewöhnliche Anmeldungen und Neustarts prüfen.

Unterstützung

Unsicher, ob Sie betroffen sind?

Wir prüfen Ihre Systeme, spielen die Updates ein und suchen nach Spuren eines Angriffs. Sie bekommen eine klare Antwort: betroffen oder nicht. Betreuungskunden müssen nichts tun, wir kümmern uns bereits darum.

Prüfung anfragen Bereits angegriffen? Notfall-Hotline +43 680 1245 174

Veröffentlicht am 27. Oktober 2026. Grundlage: WatchGuard PSIRT · BSI CERT-Bund · heise online · SecurityOnline. Von uns in eigenen Worten zusammengefasst; verbindlich sind die Hinweise des Herstellers. Alle Sicherheitswarnungen