Sicherheitswarnungen · 29. Oktober 2026
Ein Fehler beim Aufbau von IPv4-Verbindungen im Linux-Kernel kann Angreifern über das Netz Zugriff auf den Server geben. Debian, SUSE und Oracle haben Updates, Ubuntu und Red Hat noch nicht.
Worum es geht
Im Netzwerkteil des Linux-Kernels steckt ein Fehler, der beim Aufbau von TCP-Verbindungen über IPv4 auftritt. Bei gezielt präparierten Verbindungsanfragen kann der Kernel auf bereits freigegebenen Speicher zugreifen. Der Fehler besteht seit Kernel 4.4 und betrifft damit fast alle heute eingesetzten Linux-Server. IPv6 ist nicht betroffen. Die Kernel-Entwickler bewerten die Lücke mit 9,8 von 10, einzelne Hersteller wie Red Hat stufen sie niedriger ein.
Forscher von Anthropic haben Ende Oktober gezeigt, dass sich damit auf einem Server mit einem bestimmten Netzwerkdienst (Multipath-TCP) Administratorrechte (root) erlangen lassen. Der Angriffscode wurde nicht veröffentlicht. Angriffe in freier Wildbahn sind bisher nicht bekannt.
Der Fehler ist im Kernel seit Anfang Oktober behoben. Debian 12 und 13, Oracle Linux, Amazon Linux 2023 (optionale Kernel) und mehrere SUSE-Versionen haben Updates ausgeliefert. Für Ubuntu und Red Hat Enterprise Linux (samt Rocky und AlmaLinux) gibt es Stand 30. Oktober noch keine Korrektur, eine wirksame Umgehung nennen die Hersteller nicht.
Was jetzt zu tun ist
Eine Liste aller Linux-Server und -Geräte im Unternehmen und beim Hoster erstellen, auch virtuelle Server.
Auf Debian, SUSE, Oracle Linux und Amazon Linux die verfügbaren Kernel-Updates einspielen.
Den Server danach neu starten, weil der neue Kernel erst nach dem Neustart wirkt, und die laufende Version mit uname -r kontrollieren.
Bei Ubuntu und Red Hat die Sicherheitsmeldungen des Herstellers täglich prüfen und das Update sofort nach Erscheinen installieren.
Bis dahin nur die Dienste aus dem Internet erreichbar lassen, die wirklich nötig sind, und den Rest per Firewall sperren.
Unterstützung
Wir prüfen Ihre Systeme, spielen die Updates ein und suchen nach Spuren eines Angriffs. Sie bekommen eine klare Antwort: betroffen oder nicht. Betreuungskunden müssen nichts tun, wir kümmern uns bereits darum.
Veröffentlicht am 29. Oktober 2026. Grundlage: The Hacker News · PatchMon · Borns IT-Blog. Von uns in eigenen Worten zusammengefasst; verbindlich sind die Hinweise des Herstellers. Alle Sicherheitswarnungen
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